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Wo ist der zivile Ersatzdienst wirklich nötig?

Der Wert des zivilen Ersatzdienstes von Ariel Davidoff

Wo ist der zivile Ersatzdienst wirklich nötig? Vielleicht weniger an der Waffe als im Bevölkerungsschutz.

Viele kennen das Buch «Monuments Men», das später verfilmt wurde. Amerikanische Kunstexperten, Museumsdirektoren, Professoren und Historiker schützten europäische Kunstwerke vor der Zerstörung. Später suchten sie die von den Nazis geraubten Schätze. Diese gaben sie den rechtmässigen Eigentümern zurück. Die meisten waren rund fünfzig Jahre alt. Man nannte sie «citizen soldiers». Denn sie unterbrachen ihre zivile Karriere, um in Uniform Grosses zu leisten. Auf Bildern sind sie oft unbewaffnet. Sie gehören zur Armee, doch ihr Kampfwert ist gering. Ihr wahrer Wert liegt in ihrem Fachwissen.

Fachwissen statt Kampfkraft

Ein zweites Beispiel führt nach Israel. Die Psychologen Daniel Kahneman und Amos Tversky legten in Uniform die Grundlagen für Verhaltensstudien in der Armee. Dafür erhielten sie später den Nobelpreis. Heute nutzt die Bankbranche ihre Erkenntnisse. So berät sie ihre Kunden in Behavioural Finance. Beide Beispiele zeigen dasselbe. In ausländischen Armeen gibt es einen Dienst in Uniform ohne Kampfeinsatz. Und dennoch bringt er der Gesellschaft einen klaren Nutzen.

Die Frage der Gleichwertigkeit

Kritiker sehen den zivilen Ersatzdienst jedoch skeptisch. Er erfolgt ohne Vereidigung und ohne Gelübde. Damit fehlt der gelobte Einsatz des eigenen Lebens für die Gemeinschaft. Deshalb steht die Gleichwertigkeit dieses Dienstes in Frage. Ein Beitrag in der ASMZ ging kürzlich auf die Gründe für den Übertritt ein. Eine Studie zeigt: Mehr als die Hälfte der Interessierten nennt keinen echten Gewissensgrund. Sie klagen vielmehr über den militärischen Alltag, fehlende Motivation und Zweifel am Sinn des Dienstes.

Vielleicht liegt die Antwort woanders. Statt an der Waffe könnten viele ihr Fachwissen dort einbringen, wo es die Gesellschaft wirklich braucht: im Bevölkerungsschutz.

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